Vor einem Jahr...

… sind wir mit leichtem Kopfweh und Kater nach einer guten Party in der Koje unserer Ivalu aufgewacht. Der Grund für die Party war, dass wir am Tag zuvor wieder in Kiel eingelaufen sind und unsere dreijährige Weltumsegelung somit beendet hatten.

Das letzte Jahr, das erste Jahr zurück in der Heimat, ging erschreckend schnell vorbei. Ankommen, erstmal zurück nach Hause und im elterlichen Hotel jobben, danach cooler, neuer Job in einer kleinen Softwarebude, Umzug, etwas später wieder Umzug… Wow es ist wirklich viel passiert im letzten Jahr. Hier in Europa vergeht die Zeit wie im Flug und die Uhren ticken um ein vielfaches schneller als auf den vielen Inseln, die wir die Jahre zuvor besucht hatten.

„Und, wo war es am schönsten?“, das ist eine der meistgestellten Fragen, dicht gefolgt von „Wie ist es, nach drei Jahren wieder zurückzukommen?“ Beide Fragen sind nicht leicht zu beantworten. Über die erste Frage haben wir in den drei Jahren Weltumsegelung viel geschrieben und das würde den Rahmen von diesem Blogeintrag sprengen. Die zweite Frage versuche ich mal zu beantworten, obwohl das nicht einfach ist:

Die erste Zeit zurück in Deutschland war – entgegen mancher Befürchtungen – einfach nur supercool. Jedes Wochenende Grillen mit Freunden, super Sommerwetter und eine Willkommensfete die sich gewaschen hat. Relativ schnell und unkompliziert habe ich einen ziemlich coolen Job als Eventmanager bei einer kleinen Softwarefirma in Osnabrück gefunden, bei dem ich die meiste Zeit von zu Hause aus arbeiten kann. Ist alles perfekt gelaufen. Trotzdem – wenn man einmal die große Freiheit geschnuppert hat und über mehrere Jahre tun und lassen konnte, was man will - und das auch noch an den schönsten Orten der Welt - dann ist es manchmal gar nicht so leicht, sich wieder in ein von Konsum und Statussymbolen bestimmtes System einzugliedern. Eine Welt, in der man höchstens ein Viertel seiner Zeit frei, unabhängig und selbstbestimmt verbringen kann und sich die Leute vor lauter iPhone schwer tun, in die Augen zu schauen. Und an Tagen, an denen einem genau diese Tatsachen tierisch auf den Geist gehen, wünscht man sich auf ein kleines Segelboot irgendwo in die Weiten des Pazifik, fernab von Smartphones, facebook und Co.

Aber so ist es nicht immer. Ich bin mit Sicherheit nicht der Typ dazu, alles zu verteufeln und schlecht zu reden. Es ist auch schön, wieder hier zu sein, Freunde und Familie um sich zu haben und anstatt über eine brüchige Skypeverbindung bei einem gemütlichen Bier am Lagerfeuer zu quatschen. Auch Natur und Landschaft sind der Wahnsinn hier. Berge, Seen, Flüsse, Mountainbike und Kanu, was will man mehr? Was manchmal fehlt, ist Zeit bzw. der Wille, sich Zeit zu nehmen und den ganzen Alltagsstress einfach mal Alltagsstress sein zu lassen.

So, und jetzt gleich noch eine kurze Vorankündigung: Im letzten Jahr habe ich unter anderem unser ganzes Film- und Fotomaterial durchgearbeitet und einen ca. einstündigen Film über die Weltumsegelung geschnitten, der demnächst natürlich auch gezeigt werden soll! Wann und wo genau teile ich mit, sobald dies feststeht. Bis dann und liebe Grüße,

Martin

Kommentare

  1. ja bitte.ich hab die ganze reise verfolgt und komm immer noch sporadisch vorbei, um zu gucken, ob's was neues gibt-und siehe da: nach einem jahr....lieben gruss aus berlin-wieso eigentlich bayern?

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  2. Hallo Martin, habe auch deine Reise mit Spannung verfolgt und erinnere mich gern an Rund Fünen mit dir. Freu mich auf deinen Reisebericht.
    Grüße aus Jena

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  3. hatten schon aufgegeben, in den Blog zu schauen da ja 1Jahr nichts passiert ist. Freuen uns, das Euch wieder `Landbeine`gewachsen sind.
    Viele Grüsse die Buschis

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